Waschmaschinen nachhaltig nutzen: So sparst du Strom, Wasser und Geld
Wie viel Strom verbraucht eine Waschmaschine? Erfahre, was das Energielabel bedeutet, warum Eco-Programme sparen und wie du nachhaltiger wäschst.
Waschmaschinen nachhaltig nutzen: So sparst du Strom, Wasser und Geld
Die Waschmaschine gehört in vielen Haushalten zu den Geräten, die mehrmals pro Woche laufen. Dabei entscheidet nicht nur die Energieeffizienz des Geräts darüber, wie nachhaltig eine Waschladung ist. Auch die Wahl des Programms, die Temperatur, die Beladung und sogar die Lebensdauer der Maschine spielen eine wichtige Rolle.
Wer beim Kauf und bei der Nutzung einige Punkte berücksichtigt, kann Strom und Wasser sparen – und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Waschmaschine möglichst lange genutzt werden kann.
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Das Energielabel: Mehr als nur A bis G
Beim Kauf einer neuen Waschmaschine ist das EU-Energielabel eine der wichtigsten Orientierungshilfen.
Die Energieeffizienzklassen reichen von A bis G, wobei A für besonders effiziente Geräte steht. Auf dem Energielabel findet man allerdings deutlich mehr Informationen als nur die Effizienzklasse.
Unter anderem werden angegeben:
- Stromverbrauch pro 100 Waschzyklen im Programm „Eco 40–60“
- Wasserverbrauch pro Waschgang
- maximale Beladungsmenge
- Dauer des Eco-Programms
- Schleuderwirkungsklasse
- Geräuschentwicklung beim Schleudern
Die Verbraucherzentrale bezeichnet Waschmaschinen mit einem Verbrauch von unter 50 kWh pro 100 Waschladungen derzeit als sehr stromsparend.
Deshalb lohnt sich beim Vergleich zweier Maschinen ein Blick auf den tatsächlichen kWh-Wert. Zwei Geräte derselben Effizienzklasse können durchaus unterschiedlich viel Strom benötigen.
Die richtige Größe ist entscheidend
Eine große Waschmaschine ist nicht automatisch eine nachhaltige Waschmaschine.
Eine 9- oder 10-Kilogramm-Trommel bringt wenig, wenn meistens nur wenige Kleidungsstücke darin gewaschen werden. Größere Trommeln benötigen grundsätzlich mehr Ressourcen und sind vor allem dann sinnvoll, wenn sie regelmäßig entsprechend gefüllt werden.
Als Orientierung empfiehlt die Verbraucherzentrale:
- 5–6 kg: Single- oder Paarhaushalte
- 7–8 kg: Familien und Mehrpersonenhaushalte
Für größere Familien oder Haushalte mit sehr viel Wäsche können auch 9 kg sinnvoll sein.
Entscheidend ist also nicht die größtmögliche Trommel, sondern eine Maschine, deren Kapazität zum tatsächlichen Alltag passt.
Warum das Eco-Programm so lange dauert
Ein häufiger Gedanke beim Waschen lautet:
Wenn das Programm vier Stunden läuft, kann es doch unmöglich sparsamer sein als ein einstündiges Programm.
Doch genau hier liegt ein interessanter Unterschied.
Ein großer Teil des Energieverbrauchs einer Waschmaschine entsteht beim Erwärmen des Wassers. Eco-Programme arbeiten deshalb häufig mit niedrigeren Temperaturen und lassen Waschmittel und Mechanik länger auf die Wäsche einwirken.
Die längere Programmdauer bedeutet deshalb nicht automatisch einen höheren Energieverbrauch.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt ausdrücklich die Nutzung von Eco-Programmen sowie möglichst niedriger Waschtemperaturen.
Merksatz:
*Länger waschen kann weniger Energie verbrauchen.*
30 oder 40 Grad reichen erstaunlich oft
Für normal verschmutzte Alltagswäsche sind hohe Temperaturen meistens nicht erforderlich.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt für viele Waschvorgänge Temperaturen zwischen 30 und 40 °C. Auch auf eine Vorwäsche kann bei moderner Waschmittelkonzentration häufig verzichtet werden.
Es gibt allerdings Ausnahmen:
Handtücher, Unterwäsche oder Wäsche mit besonderen hygienischen Anforderungen können gelegentlich bei 60 °C gewaschen werden. Gleichzeitig empfiehlt die Verbraucherzentrale mindestens einmal im Monat einen 60-Grad-Waschgang mit geeignetem Vollwaschmittel, um Ablagerungen und Keimbildung innerhalb der Maschine entgegenzuwirken.
Die nachhaltigste Strategie lautet daher nicht „immer kalt waschen“, sondern:
so kalt wie sinnvoll und so warm wie notwendig.
Die Waschmaschine möglichst gut beladen
Eine halbvolle Maschine benötigt zwar häufig etwas weniger Wasser als eine vollständig gefüllte Maschine – aber zwei halbe Waschladungen sind in der Regel schlechter als eine gut ausgelastete.
Die Maschine sollte daher entsprechend der Herstellerangaben möglichst vollständig beladen werden.
Ein einfacher Alltagstrick:
Bei vielen Programmen sollte zwischen Wäsche und Trommel noch ungefähr eine Hand passen. Feinwäsche oder spezielle Programme können allerdings andere Beladungsgrenzen haben.
Waschmittel: Mehr hilft nicht automatisch mehr
Auch die Waschmitteldosierung gehört zum nachhaltigen Waschen.
Zu viel Waschmittel bedeutet nicht automatisch sauberere Kleidung. Stattdessen gelangen zusätzliche Waschsubstanzen ins Abwasser und es können Rückstände in Maschine und Textilien entstehen.
Entscheidend für die Dosierung sind vor allem:
- Verschmutzungsgrad
- Wasserhärte
- Wäschemenge
Die Dosierempfehlungen auf der Verpackung sollten deshalb nicht einfach pauschal überschritten werden.
Auch zusätzliche Produkte sind nicht immer notwendig. Weichspüler macht die Wäsche nicht sauberer und bringt zusätzliche Duft- und andere Stoffe in die Umwelt.
Eine alte Waschmaschine austauschen – oder weiterverwenden?
Hier wird Nachhaltigkeit etwas komplizierter.
Eine neue Waschmaschine kann deutlich weniger Strom und Wasser verbrauchen als ein sehr altes Gerät. Trotzdem wurde für die Herstellung der neuen Maschine ebenfalls Energie benötigt und es wurden Rohstoffe verarbeitet.
Deshalb ist es ökologisch nicht automatisch sinnvoll, eine funktionierende Waschmaschine nur wegen einer besseren Energieeffizienzklasse auszutauschen.
Das Bundesumweltministerium weist darauf hin, dass langlebige Waschmaschinen in ökologischen Vergleichsrechnungen insgesamt besser abschneiden können als kurzlebige Geräte, selbst wenn Effizienzsteigerungen neuer Geräte berücksichtigt werden.
Das spricht für einen wichtigen Grundsatz:
Reparieren und lange nutzen sollte beim nachhaltigen Gerätekauf genauso berücksichtigt werden wie der Stromverbrauch.
Reparierbarkeit wird immer wichtiger
Auch die EU hat die Lebensdauer von Haushaltsgeräten stärker in den Fokus genommen.
Für Waschmaschinen gelten bereits Ökodesign-Anforderungen zur Reparierbarkeit. Hersteller müssen für bestimmte Haushaltsgroßgeräte Ersatzteile teilweise bis zu zehn Jahre bereithalten.
Beim Kauf lohnt sich deshalb die Frage:
- Sind Ersatzteile erhältlich?
- Kann die Pumpe ausgetauscht werden?
- Sind Türdichtung und Verschleißteile separat erhältlich?
- Gibt es Reparaturanleitungen?
- Wie lange bietet der Hersteller Ersatzteile an?
- Gibt es einen Kundendienst oder freie Reparaturbetriebe?
Eine Maschine, die 15 Jahre funktioniert und repariert werden kann, kann langfristig nachhaltiger sein als ein besonders effizientes Gerät, das nach wenigen Jahren komplett ersetzt werden muss.
Auch die Schleuderdrehzahl spielt eine Rolle
Wer seine Wäsche anschließend im Wäschetrockner trocknet, sollte außerdem auf eine gute Schleuderleistung achten.
Je weniger Wasser nach dem Waschgang in der Kleidung steckt, desto weniger Arbeit muss der Trockner anschließend erledigen.
Die Verbraucherzentrale nennt 1.400 Umdrehungen pro Minute als sinnvolle Schleuderdrehzahl für anschließend maschinell getrocknete Wäsche. Noch höhere Drehzahlen bringen vergleichsweise wenig zusätzlichen Nutzen und können die Mechanik stärker beanspruchen.
Wer die Möglichkeit hat, Kleidung anschließend auf dem Wäscheständer oder draußen zu trocknen, spart zusätzlich Energie.
8 Tipps für nachhaltigeres Waschen
- Eco-Programme verwenden
- 30 oder 40 °C wählen, wenn es hygienisch ausreicht
- Maschine möglichst gut auslasten
- Waschmittel passend zur Wasserhärte dosieren
- Vorwäsche nur bei starker Verschmutzung verwenden
- Weichspüler kritisch hinterfragen
- Waschmaschine regelmäßig reinigen und pflegen
- Defekte Geräte möglichst reparieren statt ersetzen
Schon kleine Änderungen können sich über hunderte Waschzyklen summieren.
Fazit: Die effizienteste Waschmaschine ist nicht automatisch die nachhaltigste
Beim nachhaltigen Waschen sollte man nicht nur auf die Energieeffizienzklasse schauen.
Eine gute Waschmaschine sollte sparsam, passend dimensioniert, langlebig und reparierbar sein.
Mindestens genauso wichtig ist jedoch das eigene Verhalten: Eco-Programme, niedrige Temperaturen, eine gut gefüllte Trommel und die richtige Waschmitteldosierung können den Verbrauch über die gesamte Lebensdauer der Maschine deutlich beeinflussen.
Nachhaltigkeit beginnt deshalb nicht erst beim Kauf einer neuen Waschmaschine – sondern bei jeder einzelnen Waschladung.